Mitgliederversammlung 2018

Vom Wasserwerk zum Finkenberg und zurück

Im Rahmen der Mitgliederversammlung 2018 wurde eine kleine Zeitreise durch Limperich unternommen (siehe Bericht General-Anzeiger). Viel Spaß beim Lesen und ansehen. Haben Sie auch noch alte Bilder aus Limperich und würden Sie diese uns zur Verfügung stellen? Dann können wir bald zur nächsten Zeitreise starten. Einfach eine E-Mail senden.

General-Anzeiger Bonn, 31. Mai 2018

Eine Zeitreise durch Limperich
Bürgerverein schwelgt mit historischen Fotos in Erinnerungen
Von STEFAN HERMES

LIMPERICH. „Davon habe ich zu Hause aber ein Foto“, meldete sich eine Stimme aus dem Halbdunkel des Saals im Haus am See, in dem der Limpericher Heimatverein am Donnerstagabend seine Jahreshauptversammlung abhielt. Karl Wengenroth kommentierte gerade die „Zeitreise durch Limperich“, die er zusammen mit seinem Vorstandskollegen Markus Krolla per Beamer für die etwa 30 versammelten Mitglieder des Vereins auf eine Leinwand projizierte. Dass er von dem Mylendonker Hof, von dem heute nur noch das Tor an der Königswinterer Straße erhalten ist, kein Foto, sondern ein Gemälde des Malers Toni Drinhausen aus dem Jahr 1943 zeigte, klärte sich schnell auf. Zu den Künsten von Drinhausen wusste Wengenroth zwar zu berichten, dass er schön malen, seine Bilder jedoch, wie viele andere Künstler auch, nicht verkaufen konnte. „Richtig Geld verdiente er erst mit der Ausmalung vom Freudenhaus in der Immenburgstraße“, amüsierte sich Wengenroth, um dann von dem Kölner Fabrikanten zu erzählen, der sich den Mylendonker Hof auf dem Land gebaut hatte, um damit seinen Idealen der Rheinromantik nahezukommen. Wengenroth habe den Hof noch als Kriegsruine kennengelernt: „Mit zwei Betonlöwen davor, die aus dem Kloster Heisterbach stammten und heute vor dem Siebengebirgsmuseum in Königswinter stehen“, wusste er zu erzählen. „Und wer weiß, wo das ist?“, fragte Wengenroth bei nahezu jedem Bildwechsel. Ein Heimat-Quiz, was den meisten der über 70-Jährigen große Freude bereitete. Jetzt sah man eine schmale mit Blaubasalt gepflasterte Straße, auf der sich scheinbar mühevoll ein Lkw entlang quälte. Schnell war in dem Bild die Königswinterer Straße erkannt. „So sah damals die B 42 aus“, hörte man den einen oder anderen seinem Sitznachbarn zuflüstern. „So schmal war damals die Bundesstraße!“ Doch erst als Wengenroth den Tipp gab, dass rechts oben das Haus von Andernachs zu sehen sei, wurde den meisten Anwesenden deutlich, an welcher Stelle das Bild aufgenommen war.

Der Vereinsvorsitzende trug eine Anekdote nach der anderen aus seiner Limpericher Heimat vor. Man erkannte das Tempelchen, das einmal auf dem Finkenberg stand, genauso, wie man bedauerte, dass es die Rheinschänke nicht mehr gibt, von dem das Schwarz-Weiß- Foto vermuten ließ, dass sie auch heute noch ein Juwel am Rhein gewesen wäre. Bilder von den Hochwassern des frühen 20. Jahrhunderts, Stratmanns Bötchen am Rhein und frühe Aufnahmen des heute nur noch in Teilen vorhandenen Alten Brünnchens regten zu vielen Geschichten an, die noch weit in den Abend bei Bier, Wasser und Wein miteinander ausgetauscht wurden. Markus Krolla kündigte an, dass er die Zeitreise auf die Webseite des Vereins stellen wolle, wo sie jeder noch einmal unter www.limperich.de sehen kann.

Fotos: Thomas Krolla